Feline Fatale
Monday, February 10, 2020

Honigzeit

Zäh wie Honig. Dickflüssiger weißer Rapshonig, der nicht vom Löffel tropfen will.

Gestern unter der Dusche ist mir plötzlich wieder eingefallen, dass ich ein Blog habe. Ach ja, stimmt. Ganz vergessen.
Es gibt ja auch nichts zu bloggen. Die Zeit scheint fast still zu stehen. Der Januar hat gefühlt fünf Monate gedauert. Ich bin zum zweiten Mal in diesem Jahr erkältet. Dazwischen war ich zwei Wochen lang absurd müde.
Beim ersten Einloggen in diesem Jahr gesehen, dass ich Kommentare habe. War dann aber nur Spam. Fast scheint mir das eine Metapher für mein derzeitiges Leben zu sein.

Saturday, December 14, 2019

Kommunikation

Ich lag mit dem Co-Piloten auf meiner Couch, kuschelte mich an, mein Kopf auf seinem Arm, und fragte:
"Was erzählst Du eigentlich Leuten so von mir?"

"Was ich von Dir erzähle? Lass mal überlegen:

  • Sie ist wahnsinnig schlau
  • Sie hat einen sehr seltsamen Humor
  • Sie hat die verführerischsten Augen
  • Sie ist leicht ablenkbar
  • Sie ist mein süßes Kätzchen"

Ich dachte kurz darüber nach, ob "seltsamer Humor" ein Kompliment ist, war dann aber abgelenkt von "verführerischste Augen" und schnurrte zufrieden.

Inzwischen bin ich nicht mehr sicher, ob der Co-Pilot überhaupt jemals irgendjemandem irgendetwas von mir erzählt hat. Vielleicht war ich in Wirklichkeit nichts als ein heimliches Hobby für ihn. Sein Hauptstadt-Gspusi, praktisch für zwischendurch, wenn er sowieso in Berlin war. Unpraktisch geworden, als er nicht mehr so oft in Berlin war.
Ich habe seit fast 5 Monaten nichts von ihm gehört. Heute hat er Geburtstag; ich kann mich nicht davon ablenken, an ihn zu denken, und ich stelle fest: Ich bin immer noch eine sehr, sehr wütende Katze.

Sunday, October 20, 2019

Sober October, oder: Perfekt hydriert vereinsamen

Ich habe mich auf was eingelassen, und jetzt komme ich da ohne Gesichtsverlust nicht mehr raus. Eigentlich ist es aber auch ganz super. Aber von vorn.

Auf Instagram folge ich einer Britin (auch mit Blog), die seit knapp drei Jahren keinen Alkohol trinkt und darüber schreibt, wie großartig das ist. Schon beeindruckend. Vor allem, dass sie trotzdem offenbar noch ein funktionierendes und erfüllendes Sozialleben hat.

Ende September ging auf Instagram die "Sober October" Challenge rum - ein Monat ohne Alkohol, klingt super, wo soll ich unterschreiben?

Knappe drei Wochen später sitze ich am Sonntagmorgen um 8 frisch und ausgeschlafen da, habe großartig aussehende, bestens hydrierte Haut, mein ganzer Körper fühlt sich fit und straff und gesund an. Und. Mir. Ist. So. Langweilig.

Seit Anfang Oktober bin ich nicht mehr ausgegangen. Allein diese Woche haben mich zweimal Freunde gefragt, ob wir ausgehen wollen, und ich habe mich mit "viel zu tun" rausgeredet. Ich gehe gern in Bars, unterhalte mich, lasse mich durch Gespräche treiben - aber dazu gehört ein Glas Wein oder ein Cocktail. Ein Glas Wasser ist nun mal leider nicht dasselbe. Zuckersüße Limonaden trinke ich nicht. Tonic ohne Gin? Geh bitte.

Was macht man da? Nie wieder in einer Bar sitzen? Sonntagmorgens fit, hydriert und großartig aussehend am Rechner sitzen und sich überlegen fühlen: Hey, ich vereinsame zwar völlig, aber ich trinke keinen Alkohol und bin pumperlgsund!

Ich weiß es doch auch nicht. Ich gehe jetzt erst mal joggen, fit und ausgeschlafen wie ich bin.

(Mein Gott, ist das ein schlechter Text geworden. Ich schiebe das mal auf den Alkoholverzicht.)

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